so.
was soll ich sagen und viel wichtiger, wo soll ich anfangen?
so.
ich sitze jetzt hier nachts um 10 in einer leeren schule, habe gerade den nachwaechter aufgeweckt, damit ich an die computa ran kann, dir grillen zirpen, der himmel dunkelt vor sich hin, der ventilator tuckelt, die tasten klappern.
zu allererst: es ist ab jetzt und fuer die naechste zeit nicht mehr so einfach, wie noch vor kurzem mit den technischen errungenschaften unseren modernen zeitalters. ich hocke quasi zwischen den beiden vulkanen – in balgue – und internet gibt es nur in mozogalpa und noch irgendner anderen stadt und bei ein paar verrueckten amis und canadiern und hier … natuerlich, sonst koennte ich das ja jetzt nicht schreiben. ja. nach moyogala braucht ich 2 ein halb stunden, wenns gut laeuft. aber grade laeuft in der hinsicht nicht so viel gut, weil der regen die historischen recorde knacken will und sich dabei gut schlaegt. deswegen rutscht ein ganzer haufen schlamm und matsch und dicke, grosse steine den grossen vulkan runter rauf auf die strassen. die einzige strasse, die die einzelnen doerfer verbindet und deswegen is dat alles nich so einfach mit dem intergeschnetzel …
wieso bin ich in balgue? und was mach ich eigendlich hier … nach dem ich mit vollem karacho den maderas bestiegen hab – mit chucks (ha ha ha) – und mir danach noch drei tage mein unterschenkel nicht mehr gehorchen wollten, hab ich eine gewissen karin gesucht und gefunden …
ja was bin ich doch ein glueckskind! der erste den ich frage kann mir sagen wo die deutsche, mit dem projekt wohnt und ich finde sie auch sofort. is nich so schwer, weil hier ist alles ziemlich klein. ich komm da also an und sag nehm mich wenn du willst, ich gehoer ganz dir und deinem projekt und sie (also die karin) sagt na klar“.
jetzt wohn ich bei ihr. im haus am see. pinsele fleissig die waende an und lerne endlich nicaraguanisch kochen! sie ist schon ein ganzes weilchen im land und koordiniert und leitet viel der sozialarbeit in balgue und umgebung, aber vor allem alles rund ums „media ambiente“ – also umwelt …
muss ich vielleicht doch nicht nach ecuador, um auf dem feld zu arbeiten (was ja grad in meinem koepfchen rumgeschwirrt ist). das hab ich auch hier. ich werde in heilgaerten von frauen mitarbeiten, grade zaeunen wir kleine landstuecke von familien ein, pflanzen baeume im ramen eines wiederaufforstungsprojektes run um balgue mit der hiesigen schule, einen jonglierworkshop starten und demnaechst faengt ein workshopprogram in einem kinderhaus an – naetuerlich ueber die umwelt. in der zwischenzeit kann man den nachbarn beim reis ernten helfen, kuehe melken, auf den see schauen, schoene gespraeche fuehren, schnitzen lernen, englisch unterrichten, ein theaterprojekt fuer die jugendgruppe im dorf vorbereiten, karins haus aufmoebeln, den katzenbabys beim laufen lernen zuschauen, verdammt viel lernen ueber das landleben hier und sich mal wieder darueber freuen wohin der wind einen so treibt.
ich kann bleiben, solange ich will, hab mein eigenen vier waende und grossartige gesellschaft.
so viel potential so viel zu lernen und so viel potential so viel zu tuen … da leben laeuft zwar grade in recht sanften bahnen, den der regen laesst nicht viel platz zum handeln … aber es gibt immer irgendetwas zu tuen.
wer haette das gedacht. jetzt bin ich doch noch angekommen und lebe das, was ich von anfang an wollte. die naturgewalten um mich bringe mich wieder zur ruhe. meine beziehung zu nicaragua veraendert sich. das was ich immer vermisst habe seit dem ich hierhergekommen bin, scheint mich gefunden zu haben …
schoen!
die zeit vergeht im flug. arbeit und leben verbinden sich zu einem angenehmen brei, mit viel humor durchsetzt und mit erde unter den fingernaegeln.
die menschen in balgue sind freundlich. dorf eben, ganz anders als masaya … man gruesst sich, man achtet sich, es ist ruhig … bist du freundlich – sind die anderen freundlich. und so lern man einem nach dem anderen kennen und nica zeigt sich von seiner ganz anderen seite. die nachbarsjungs sind immer irgendwie da, irgendwer taucht immer auf – ob freiwillige oder freunde oder nachbarn oder projektpartner. kontakte knuepfen. zeit nutzen. lernen. beibringen. geniessen.
jawoll. so jetzt werd ich muede … was wollte ich noch sagen. ach ja bis ueber weihnachten bleib ich auf jeden fall. karin und ich wollen ein huebsches theaterprojekt aufziehen und das braucht natuerlich sein weilchen … ausserdem ist waehrend der regenzeit nicht ganz so viel mit der landwirtschaft. das geht dann wohl ab november los. warum sollte ich also gehen, wenn ich hier alles gefunden habe was ich brauche?
mit verdammt wenig schafft diese frau es, so verdammt viel zu bewegen. wenn ich bis jetzt viel ueber die schattenseiten und bruchstellen von projekten gelernt habe, dann lerne ich jetzt was es bedeutet teil eines projektes zu sein, in einer gemeinschaft zu leben, zu sehen wie die fruechte wachsen …
also noch mal fuer alle: ES IST AB JETZT NIX MEHR SO WIE ES MAL WAR, WENN ES MICH BIS JETZT VIEL GEKOSTET HAT MAILS ZU BEANTWORTEN, DANN WIRD DAS JETZT NOCH UNWARSCHEINLICHER! das tut mir leid, aber ich habe einfach keine zeit. wenn ich ins netz gehe, les ich mir nach wie vor liebend gern und mit kusshand alles von euch durch und schreib in den blog und zum skypen mach ich mich dann und wann auch mal nach moyogalpa auf. aber momentan sind die tage von 7 bis nachts durchgeplant! ich tu was ich kann!
die postadresse bleibt die gleiche. werner schlienz c/o martha kroeger, apdo postal 100, masaya, nicaragua. ich muss da irgendwann und dann und wann eh noch mal hin fahren …
so.
einmal abknutschen fuer alle. auf bald!